Daniel Herskedal, »Call For Winter« Külzpark Bernau am Steintor, Bernau am 24.05.22

Dienstag 24.05.22
Einlass: ca. 19 Uhr, Beginn: 20 Uhr
Külzpark Bernau am Steintor, Bahnhofstraße 3-4, 16321 Bernau

Tickets zu Daniel Herskedal, »Call For Winter« Bernau


Informationen

Daniel Herskedal (NOR), Tuba, »Call For Winter«

(überdacht im Freien)

Üblicherweise drängt sich die Tuba weder in der Klassik noch im Jazz in den Vordergrund, sondern liefert ihre tiefen Töne dezent aus dem Background.
Anders ist es bei dem Tuba-Solisten Daniel Herskedal. Er rückt das tiefste aller Bassinstrumente ins Rampenlicht und baut mit dem 4 Oktaven umspannenden Instrument eine ganz eigene Klangwelt.

»Call For Winter« hat der norwegische Ausnahmemusiker sein neuestes Soloalbum genannt. Daniel hat sich zwei Wochen lang in die Tiefen des gefrorenen norwegischen Hochlands zurückgezogen, um diese meisterhafte Musik zu schreiben und aufzunehmen – bevor er sich während der Pandemie dann tatsächlich isolieren musste. „Anstatt in ein Aufnahmestudio zu gehen, mietete ich eine Hütte und baute mein eigenes Studio. Die Hütte befindet sich in Elgå in Norwegen, wo die Straße (buchstäblich) im südlichsten samischen Gebiet zwischen Trondheim und Oslo, nahe der schwedischen Grenze, aufhört. Ich habe das getan, um aus meiner täglichen Routine herauszukommen, weg vom Lärm und vom Stadtleben. Ich war auf der Suche nach Einsamkeit – aber auch nach offenen, schönen Landschaften an einem Ort, an dem mehr Tiere als Menschen leben und die Zeit langsamer läuft. Diese Kombination bietet eine Fülle von Möglichkeiten, Tiefe, Herz und Schönheit in der Musik zu finden. Ich blieb dort mehr als zwei Wochen lang allein, fuhr Ski, komponierte und nahm jede Nacht und jeden Tag auf. An einigen dieser Tage schloss ich mich auch den einheimischen Samis an und half ihnen beim Rentierhüten.“ Entstanden ist ein Album von klangvoller Schönheit und majestätischer Raffinesse – ausgezeichnet mit dem Norwegischen Grammy für die beste Komposition.

Daniel Herskedal lotet die Grenzen seines Instruments bis zum Äußersten aus. Der emotionalen Intensität und Virtuosität seines Spiels kann man sich nicht entziehen. Er entwirft in seinen Kompositionen Landschaften, die zu Bildern werden. Das hat zu seiner Arbeit an Soundtracks geführt, z.B. dem großartigen Arrangement für Tuba von San Francisco (Be Sure to Wear Flowers in Your Hair) für den mehrfach nominierten, von Brad Pitt produzierten Film »The Last Black Man in San Francisco« (2019).

Fotocredits: Joern Kristensen